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Trauerbegleitung der Umgang mit Trauernden oder Sterbenden

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen geht plötzlich ein Riss durch das eigene Leben. Trauer setzt Emotionen frei. Trauer tut weh. Sie ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen. Deshalb darf sie nicht dauerhaft verdrängt werden, denn Sie lässt sich einfach nicht unter den berühmten Teppich kehren.

In der Trauer durchlebt man die unterschiedlichsten Gefühle. Die Bandbreite ist groß – Ohnmacht, Wut, Angst, Hilflosigkeit, Sehnsucht, Nicht Wahrhaben wollen … all das ist schwer auszuhalten, aber es ist normal, notwendig und deshalb erlaubt.

Gerade in unserer Leistungsgesellschaft werden Werte wie Jugendlichkeit, Dynamik, Gesundheit und Erfolg angestrebt. Alter, Krankheit und Tod passen hier nicht rein, finden keinen Raum. Das Thema macht sprachlos und hilflos. Die Unsicherheit in der Gesellschaft ist groß: Wie geht man mit einem Trauernden oder Sterbenden um? Was kann oder sollte man sagen?

Bestattungen D. Schulz GmbH

Wie kann man helfen und Trauernde angemessen begleiten?

Gehen Sie auf den Trauernden zu, stigmatisieren Sie ihn nicht in seiner Verzweiflung, grenzen Sie ihn nicht auch noch mit der eigenen Sprachlosigkeit aus. Seien Sie einfach da. Es ist hilfreicher, die eigene Hilflosigkeit oder Sprachlosigkeit zu benennen, als sich Floskeln wie „Das wird schon wieder“ etc. zu bedienen. Der Trauernde hat dann die Möglichkeit aktiv zu sagen, welcher Art der Hilfe und Unterstützung er gerade benötigt. Seien Sie authentisch, diese Normalität im Umgang miteinander tut dem Trauernden gut.

Sperren Sie den oder die Verstorbene nicht sprachlich aus. Vielen tut es gut, wenn sie über den Verstorbenen oder die Verstorbene sprechen können. Oft kommen dann Geschichten aus der gemeinsamen Lebenszeit, aus dem Alltag, der Jugend oder dem Urlaub. Aber auch aus den letzten Momenten, vor allem, wenn dem Tod womöglich noch eine Leidenszeit voraus gegangen ist. Die Hilflosigkeit die die Angehörigen dann verspüren ist für viele traumatisch und schwer auszuhalten.

Diese Gespräche, dieses „sich von der Seele reden“, tut den Trauernden oft gut. Trauernde brauchen Anerkennung und Bestätigung in ihrem Schmerz, in ihrem Verlust.

Denn die Gefühle sind oft gespalten: Auf der einen Seite ist der Alltag mit Organisationen, Benachrichtigungen über den Tod, Erledigungen und ähnlichem, auf der anderen Seite ist die Erinnerung, die Unsicherheit vor dem was kommt, vielleicht auch existentielle Sorgen. Da durchlebt der Hinterbliebene ein großes Spannungsfeld.

In diesem ganzen Gefühlschaos ist man dann auch noch mit der Erwartungshaltung der Menschen im eigenen Umfeld konfrontiert. Oft kommen schon nach wenigen Wochen Fragen wie „Geht es denn wieder besser?“ oder „Ist es denn wieder gut?“ Solche Nachfragen resultieren aus der eigenen Hilflosigkeit und Unsicherheit im Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft.

Trauer ist ein Prozess, der sich über 2-3 Jahre hinziehen kann. Im ersten Trauerjahr ist jeder einzelne Tag der erste Tag ohne den geliebten Menschen, der erste Frühling, der erste Sommer …

Trauer ist Verlust. Verlust kann auch der Tod eines geliebten Haustiers sein, der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Scheidung, eine Insolvenz oder wenn die Kinder das elterliche Nest verlassen. Auch dann trauern wir.

Zu unserem Team gehören mehrere ausgebildete Trauerbegleiterinnen. Wenn Sie Hilfe wünschen, sprechen Sie einfach Ihre Beraterin an – wir sind für Sie da.

Trauerbegleitung für Sterbende und Trauernde

Eine nicht zu unterschätzende Gruppe sind auch alle Menschen, die lebensbedrohlich erkrankt sind bzw. schon wissen, dass ihre restliche Lebenszeit begrenzt ist. Also die Menschen, die in Todesangst leben oder sich mit dem eigenen nahenden Tod auseinandersetzen müssen. Hierfür hat die renommierte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross ein 5-Phasen-Modell entwickelt. Dieses Modell ist sowohl für die eigene Sterbephase als auch für die Trauerphase anwendbar.

Die 5 Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross:

Phase 1: Das Leugnen oder das nicht-wahrhaben-wollen

In diesem Abschnitt wird die Hiobsbotschaft des Todes geleugnet, man kann den Verlust einfach nicht begreifen.

Von Außenstehenden kann dem/der Betroffenen nur der Beistand in seiner/ihrer Trauer und die Unterstützung bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben und des Alltags angeboten werden.

Phase 2: Der Zorn

Die zweite Phase wird von Wut dominiert, oft erlebt man auch Neid auf die, denen es besser geht. Oft kommt es hierbei zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen. Zudem plagt den/die Trauernde/n die Angst, dass der/die Verstorbene vergessen wird.

Hier sollten die Außenstehenden dem/der Trauernden Aufmerksamkeit widmen und Raum dafür schaffen, den Zorn im Notfall kommunizieren zu lassen, um den Trauernden die Möglichkeit zu geben, ihn „sich von der Seele zu reden“. Wichtig ist außerdem, dass man diese Wut nicht persönlich nehmen darf, da man sich sonst schnell in einer Spirale des Streits und der Entzweiung wiederfindet. Es ist nicht hilfreich, zu widersprechen. Besser ist es, Verständnis zu zeigen. Alle Gefühle sind notwendig und erlaubt. Bewegung an frischer Luft, besonders in der Natur, hilft, den Stress zu reduzieren. Begleiten Sie den Trauernden und überfordern Sie ihn nicht.

Phase 3: Das Verhandeln

Oft ist diese Phase nur kurz und sehr flüchtig. Jedoch wird sie von kindlichen Verhaltensweisen geprägt, wie die eines erst zornigen und dann verhandelnden Kindes, das versucht, sich mit alltäglichen Tätigkeiten (zum Beispiel häuslicher Art) eine Belohnung zu erhandeln. Diese Belohnung erhofft sich der/die Trauernde im Ungeschehen machen des Verlustes.

Unterstützen kann man in dieser Phase, indem man dem/der Trauernden hilft, seine Gefühle gegenüber der Umwelt und seinen Mitmenschen in befreiende Anerkennung des Verlustes umzuwandeln. Einfache Tätigkeiten sind hilfreich. Deshalb sollte man dem Trauernden nicht alle Aufgaben „wegnehmen“. Auch kreative Tätigkeiten tun gut.

Phase 4: Die Depression

Verzweiflung und Verlust lösen in dieser Phase die Erstarrung, den Zorn und die Wut ab. Dies geschieht in zwei Formen. Die erste Form erfolgt reaktiv, sie bezieht sich auf bereits geschehene Verluste, beispielsweise Geld für Krankenhausrechnungen oder auch der Verantwortung gegenüber der Familie. Hilfe kann hier erfolgen, indem man die Sorgen bekämpft – etwa durch eine erforderliche Umstellung der Familienversorgung.

Während dieser Phase beschäftigt sich der/die Trauernde mit der Abwesenheit des Verstorbenen im Leben und im Alltag. Um dem/der Betroffenen zu helfen, kann man ihm/ihr weiterhin von seinem Umfeld berichten und ihm/ihr versichern, dass die Familie trotz des Fehlens dieses wichtigen Menschen auch weiterhin das gewohnte Leben fortführt. Jedoch stören zu viele Besuche das Trauern, welches dem/der Betroffenen immer erlaubt sein muss. Ein Eintritt in die fünfte und letzte Phase ist allerdings ohne das Durchleben der Ängste und Verzweiflung nicht erreichbar.

Phase 5: Die Akzeptanz

Diese Phase ist die schwierigste Phase für die Angehörigen. Die schlimmsten Schmerzen sind vergangen, der Kampf ist vorbei. Es folgt eine Zeit der Neuorientierung, der Akzeptanz des Verlustes. Die Trauernden müssen lernen, den Verlust in den neuen Alltag zu integrieren. Auch ist es wichtig, dass die Phasen nicht strikt nacheinander verlaufen, sondern fließend ineinander übergehen. Teilweise werden Schritte in bereits bewältigte Phasen zurückgegangen.

Die einzelnen Phasen müssen nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge durchlebt werden. Oft springt der Betroffene zwischen den einzelnen Phasen hin und her, in unterschiedlicher Intensität. Auch später, nach Monaten oder Jahren kann man durch ein bestimmtes Ereignis oder durch eine Erinnerung wieder in eine der Trauerphasen gelangen. Es kann in der Trauerarbeit hilfreich sein, wenn man diese Trauerphasen kennt. Dann versteht der Trauernde auch besser, mit den oft widersprüchlichen Gefühlen und Emotionen umzugehen.

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